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Ratgeber

Endometriose verstehen.

Symptome, Ursachen und wann Du abklären lassen solltest

Starke Regelschmerzen sind kein Grund, sie einfach auszuhalten. Hier erfährst Du, woran sich Endometriose zeigen kann, wie sie entsteht und wann eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.

Stand: 15. Oktober 2026Ein Informationsangebot von Prio One

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Verständlich erklärt
Mit Quellen belegt

Einordnung in Zahlen

Ca. 10 %
So viele Frauen im gebärfähigen Alter haben Endometriose.Quelle: WHO
190 Mio.
Betroffene weltweit. Endometriose gehört zu den häufigsten Unterleibserkrankungen.Quelle: WHO
Ø 7,5 J.
So lange dauert es in Deutschland oft von den ersten Beschwerden bis zur Diagnose.Quelle: Endometriose-Vereinigung Deutschland
Bis 50 %
So viele Frauen mit starken Regelschmerzen haben vermutlich Endometriose.Quelle: AWMF-Leitlinie

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Endometriose wächst Gewebe, das der Gebärmutterschleimhaut ähnelt, außerhalb der Gebärmutter, zum Beispiel an Eierstöcken, Bauchfell oder Darm.
  • Häufig sind starke, krampfartige Regelschmerzen. Auch Schmerzen beim Sex, beim Stuhlgang oder beim Wasserlassen kommen vor.
  • Bis zur Diagnose vergehen oft mehrere Jahre, weil die Beschwerden unspezifisch sein können.
  • Endometriose gilt bisher als nicht heilbar. Eine ärztliche Abklärung hilft, die Beschwerden einzuordnen. Diese Seite verspricht keine Heilung.

Grundlagen

Was ist Endometriose?

Endometriose ist eine chronische, gutartige Erkrankung. Dabei wachsen Zellen, die der Gebärmutterschleimhaut ähneln, außerhalb der Gebärmutter. Diese Gewebeinseln heißen Endometrioseherde.

Die Herde reagieren auf den Zyklus. Sie können aufbauen und bluten. Weil dieses Blut nicht wie die Periode abfließen kann, entstehen Entzündungen, Zysten und Verwachsungen. Daraus folgen oft Schmerzen. Bei manchen Betroffenen ist auch die Fruchtbarkeit eingeschränkt.

Nicht jede Endometriose macht Beschwerden. Manche Frauen bemerken die Herde kaum. Andere haben schon bei wenigen kleinen Herden starke Schmerzen.

Anzeichen erkennen

Endometriose-Symptome: Woran kannst Du sie erkennen?

Das häufigste Anzeichen sind Unterleibsschmerzen rund um die Periode. Sie beginnen oft ein bis zwei Tage vor der Blutung, sind krampfartig und können in Rücken und Beine ausstrahlen. Wo es wehtut, hängt davon ab, wo die Herde sitzen.

Starke Regelschmerzen

Krampfartig, oft mit Übelkeit oder Kreislaufbeschwerden. Der Schmerz kann den ganzen Tag bestimmen.

Schmerzen beim Sex

Tiefe Schmerzen während oder nach dem Geschlechtsverkehr kommen häufig vor.

Darm und Blase

Zyklische Schmerzen beim Stuhlgang oder Wasserlassen. Seltener ist Blut im Urin oder Stuhl.

Unerfüllter Kinderwunsch

Endometriose kann das Schwangerwerden erschweren. Viele Betroffene werden trotzdem schwanger.

Daneben gibt es Beschwerden, die nicht sofort mit Endometriose in Verbindung gebracht werden:

  • Chronische Unterbauchschmerzen
  • Schmierblutungen
  • Starke oder verlängerte Periode
  • Rückenschmerzen
  • Erschöpfung
  • Blähbauch

Entstehung

Ursachen und Risikofaktoren

Wie Endometriose genau entsteht, ist nicht abschließend geklärt. Wahrscheinlich wirken mehrere Vorgänge zusammen.

Während der Periode kann etwas Blut über die Eileiter in die Bauchhöhle gelangen. Darin enthaltene Zellen könnten sich dort ansiedeln. Das kommt bei sehr vielen Frauen vor. Es müssen also weitere Faktoren dazukommen.

Diese Faktoren können das Risiko erhöhen

  • Endometriose bei Mutter oder Schwester
  • Kurze Zyklen von etwa 27 Tagen oder weniger und lange, starke Blutungen
  • Eine frühe erste Periode
  • Keine oder späte Schwangerschaften
  • Ein relatives Übergewicht von Östrogen

Einteilung

Formen und Stadien der Endometriose

Fachleute unterscheiden Endometriose zuerst danach, wo die Herde wachsen.

Adenomyose

Herde in der Muskelschicht der Gebärmutter.

Genitale Endometriose

Herde an Eierstöcken, Eileitern, Haltebändern oder im Douglas-Raum.

Tief infiltrierende Endometriose

Herde wachsen in die Tiefe, zum Beispiel zwischen Scheide und Enddarm.

Extragenitale Endometriose

Herde außerhalb der Geschlechtsorgane, etwa an Blase oder Darm.

Stadien nach rASRM

Häufig wird die Einteilung der American Society for Reproductive Medicine genutzt. Sie wird bei einer Bauchspiegelung erhoben und vergibt Punkte nach Lage und Größe der Herde.

StadiumAusprägungPunkte
IMinimal1–5
IILeicht6–15
IIIMäßig16–40
IVSchwerüber 40

Für tief infiltrierende Endometriose wird in Deutschland ergänzend die #Enzian-Klassifikation genutzt. Beide Systeme sagen wenig darüber, wie stark Deine Schmerzen sind oder wie leicht Du schwanger werden kannst.

Abklärung

Wie wird Endometriose abgeklärt?

Bei unklaren Unterleibsschmerzen sollte Endometriose mitgedacht werden. Die Abklärung läuft meist in mehreren Schritten.

  1. 1

    Gespräch

    Schmerzmuster, Zyklus, Schmerzen beim Sex, Verdauung und Kinderwunsch. Ein Schmerz- oder Zyklustagebuch macht das Gespräch konkreter.

  2. 2

    Gynäkologische Untersuchung

    Spiegeluntersuchung und Tastbefund, zum Beispiel druckempfindliche Stellen oder Knoten.

  3. 3

    Ultraschall

    Ein vaginaler Ultraschall kann Zysten am Eierstock und Adenomyose zeigen. Kleine, oberflächliche Herde bleiben oft unsichtbar.

  4. 4

    Bauchspiegelung

    Eine Laparoskopie kann die Diagnose sichern und Herde gleichzeitig entfernen. Sie ist nicht in jedem Fall der erste Schritt.

Abklären lassen

Wann solltest Du zur Ärztin oder zum Arzt gehen?

Lass die Beschwerden gynäkologisch abklären, wenn einer dieser Punkte zutrifft:

  • Deine Regelschmerzen sind so stark, dass Du Termine absagen musst, oder sie nehmen über die Jahre zu
  • Die Schmerzen werden stärker oder lassen sich im Alltag kaum noch auffangen
  • Du hast auch außerhalb der Periode Unterleibsschmerzen
  • Sex, Stuhlgang oder Wasserlassen tun weh
  • Du wirst seit über einem Jahr ungewollt nicht schwanger

Selbstfürsorge

Leben mit Endometriose: Was im Alltag helfen kann

Tagebuch führen

Schmerzen, Zyklus und Auslöser festhalten. Das macht das Gespräch in der Praxis konkreter.

Wärme und Bewegung

Eine Wärmflasche, ein Spaziergang oder sanftes Yoga können Krämpfe für manche Betroffene erträglicher machen.

Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung mit Gemüse, Ballaststoffen und Omega-3-Fettsäuren kann den Alltag ergänzen. Sie ist keine Therapie für sich.

Austausch

Selbsthilfegruppen, zum Beispiel über die Endometriose-Vereinigung Deutschland, geben Halt und praktische Hinweise.

Fruchtbarkeit

Endometriose und Kinderwunsch

Viele Frauen mit Endometriose werden schwanger. Fachgesellschaften gehen zugleich davon aus, dass etwa 30 bis 50 Prozent der Betroffenen Schwierigkeiten dabei haben.

Warum kann es schwieriger sein?

Verwachsungen können Eileiter und Eierstöcke beeinträchtigen. Entzündungen im Bauchraum könnten zusätzlich eine Rolle spielen, auch bei einer milden Endometriose.

Was ist ein sinnvoller nächster Schritt?

Bei Kinderwunsch sollte die weitere Planung früh mit einer gynäkologischen oder reproduktionsmedizinischen Praxis besprochen werden.

In der Schwangerschaft lassen die Beschwerden bei vielen Frauen nach. Manche Risiken sind leicht erhöht. Die meisten Betroffenen erleben eine Schwangerschaft und Geburt ohne besonderen Verlauf.

FAQ

Häufige Fragen zu Endometriose

Typisch sind krampfartige Unterleibsschmerzen, die ein bis zwei Tage vor der Periode beginnen und in Rücken und Beine ausstrahlen können. Häufig kommen Schmerzen beim Sex, beim Stuhlgang oder beim Wasserlassen hinzu. Manche Betroffene haben auch Schmerzen unabhängig vom Zyklus.

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Quellen

  1. AWMF: S2k-Leitlinie Diagnostik und Therapie der Endometriose (AWMF-Registernummer 015-045).
  2. World Health Organization (WHO): Endometriosis, Fact Sheet.
  3. ESHRE Guideline: Endometriosis (2022).
  4. Endometriose-Vereinigung Deutschland e. V.: Zahlen und Fakten zur Endometriose.

Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Versorgung. Bei Beschwerden wende Dich an eine Ärztin oder einen Arzt.