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Ratgeber

Fibromyalgie verstehen.

Schmerzen an vielen Stellen, Erschöpfung und der Weg zur Abklärung

Wenn der Schmerz an mehreren Körperstellen bleibt, der Schlaf nicht erholt und der Kopf schwer wird, kann eine Fibromyalgie dahinterstecken. Hier liest Du, woran man sie erkennt und welcher nächste Schritt passt.

Stand: 18. Oktober 2026Ein Informationsangebot von Prio One

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Einordnung in Zahlen

Ca. 2 %
So viele Erwachsene in Deutschland haben nach einer repräsentativen Studie Fibromyalgie.Quelle: gesund.bund.de, Stand 21.10.2022
40–60 J.
In diesem Alter wird die Erkrankung meist festgestellt. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.Quelle: gesund.bund.de
Oft Jahre
Bis die Diagnose feststeht, vergehen häufig mehrere Jahre, weil das Bild schwer zu fassen ist.Quelle: gesund.bund.de
4–6 ×
Häufiger sind Frauen betroffen als Männer. Meist wird die Erkrankung zwischen 40 und 60 festgestellt.Quelle: Deutsche Rheuma-Liga, Broschüre Fibromyalgie, 2022

Das Wichtigste in Kürze

  • Fibromyalgie ist eine chronische Schmerzerkrankung. Die Schmerzen können auf der Haut, in Muskeln und Gelenken spürbar sein.
  • Typisch sind zusätzlich Schlafstörungen, Erschöpfung und Konzentrationsprobleme.
  • Die Schmerzverarbeitung im Nervensystem ist verändert. Eine einzelne Laborzahl beweist die Diagnose nicht.
  • Ohne gesicherte Diagnose ist eine Praxis vor Ort der erste Schritt. Diese Seite verspricht keine Heilung und kein bestimmtes Präparat.

Grundlagen

Was ist Fibromyalgie?

Fibromyalgie, früher auch Weichteilrheuma genannt, ist eine chronische Schmerzerkrankung. Die Schmerzen sitzen nicht an einer einzelnen Stelle, sondern in verschiedenen Körperregionen.

Die Schmerzverarbeitung im Gehirn ist verändert. Der Schmerz kann auf der Haut, in den Muskeln und in den Gelenken spürbar sein, ohne dass dort eine Entzündung oder ein Schaden nachweisbar sein muss.

Weichteilrheuma ist ein älterer Name für dasselbe Krankheitsbild. Heute ist Fibromyalgie der übliche Begriff.

Anzeichen erkennen

Fibromyalgie-Symptome: mehr als ein einzelner Schmerz

Der Schmerz wird oft als tief, flächig oder wie ein Muskelkater beschrieben, der nicht abklingt. Dazu kommen Beschwerden, die den Tag genauso bestimmen können wie der Schmerz selbst.

Schmerzen an vielen Stellen

Mehrere Körperregionen sind betroffen, nicht nur ein Gelenk oder ein Muskel.

Schlaf ohne Erholung

Der Schlaf ist häufig nicht erholsam. Die Müdigkeit bleibt am Morgen.

Erschöpfung

Alltägliche Dinge kosten mehr Kraft. Schübe können nach Belastung oder Stress stärker werden.

Konzentration

Gedächtnis und Aufmerksamkeit können spürbar nachlassen. Das wird manchmal als Fibro-Nebel beschrieben.

Entstehung

Was über die Ursachen bekannt ist

Die Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Der heute gängige Erklärungsrahmen ist eine veränderte Schmerzverarbeitung im Nervensystem, nicht eine Entzündung der Gelenke wie beim entzündlichen Rheuma.

Stress, Schlafmangel, Infekte oder eine starke körperliche Belastung können Schübe verstärken. Das erklärt die Erkrankung nicht allein und ist auch kein persönliches Versagen.

  • Schmerzen in mehreren Körperregionen über längere Zeit
  • Schlafstörungen und Erschöpfung
  • Konzentrations- oder Gedächtnisprobleme
  • Eine Diagnose, die andere Ursachen mitberücksichtigt

Abklärung

Wie Fibromyalgie abgeklärt wird

Es gibt keinen einzelnen Bluttest, der Fibromyalgie beweist. Eine Praxis ordnet die Beschwerden ein und prüft, ob etwas anderes dahintersteckt, zum Beispiel eine entzündliche Gelenkerkrankung, eine Schilddrüsenstörung oder ein Mangel.

  1. 1

    Praxis vor Ort

    Ohne gesicherte Diagnose ist die Hausarztpraxis oder eine rheumatologische Praxis der erste Schritt.

  2. 2

    Beschwerden im Verlauf

    Ein kurzes Protokoll über Schlaf, Schmerzorte und Erschöpfung hilft der Praxis, das Muster zu sehen.

  3. 3

    Andere Ursachen prüfen

    Untersuchung und ausgewählte Laborwerte dienen dazu, Erkrankungen mit ähnlichen Beschwerden nicht zu übersehen.

  4. 4

    Behandlung als Kombination

    Was hilft, ist unterschiedlich. Häufig werden Bewegung, Schlaf und psychologische Unterstützung kombiniert. Ob eine weitere Therapie infrage kommt, entscheidet eine Ärztin oder ein Arzt im Einzelfall.

Selbstfürsorge

Was im Alltag entlasten kann

Sanfte Bewegung

Gehen, Radfahren oder Bewegung im Wasser werden oft besser vertragen als hartes Training in einem Schub.

Schlaf schützen

Eine feste Schlafenszeit und ein dunkles, kühles Zimmer ändern die Erkrankung nicht, können die Nacht aber ruhiger machen.

Pausen einplanen

Wechsel von Belastung und Ruhe hilft manchen Menschen, Schübe nicht zu verlängern.

Unterstützung

Psychologische Begleitung kann den Umgang mit anhaltendem Schmerz erleichtern. Sie ist keine Aussage darüber, dass der Schmerz eingebildet ist.

Eine ergänzende ärztliche Prüfung kann sinnvoll sein, wenn die Diagnose bereits steht und die bisherige Behandlung nicht ausreicht. Sie ersetzt die Praxis vor Ort nicht. Einen Anspruch auf ein bestimmtes Präparat gibt es nicht.

FAQ

Häufige Fragen zu Fibromyalgie

Ja. Weichteilrheuma ist die ältere Bezeichnung. Heute spricht man von Fibromyalgie oder vom Fibromyalgie-Syndrom.

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Quellen

  1. gesund.bund.de: Fibromyalgie. Bundesministerium für Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem IQWiG, Stand 21.10.2022.
  2. Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e. V.: Broschüre Fibromyalgie, 14. Auflage 2022.
  3. Prio One, Gyno-Blog: Chronische Schmerzen bei Frauen.

Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Versorgung. Bei Beschwerden wende Dich an eine Ärztin oder einen Arzt.