Das Wichtigste in Kürze
- PMDS bedeutet prämenstruelle dysphorische Störung. Im Englischen heißt dasselbe Krankheitsbild PMDD.
- Im Vordergrund stehen Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit, Anspannung oder Angst in den Tagen vor der Periode.
- Das Zeitmuster trennt PMDS von einer Depression, die über den ganzen Zyklus besteht: Mit der Blutung wird es besser.
- Ein Zyklusprotokoll über zwei bis drei Monate ist der sinnvollste erste Schritt.
Grundlagen
Was ist eine prämenstruelle dysphorische Störung?
PMDS steht für prämenstruelle dysphorische Störung. Dysphorie meint eine gedrückte, innere Enge, das Gegenteil von Leichtigkeit. Es ist die schwere Ausprägung des prämenstruellen Syndroms, kein anderes Wort für gewöhnliche Reizbarkeit.
Die Weltgesundheitsorganisation führt PMDS seit 2022 in der ICD-11 als eigene Diagnose, Code GA34.41. PMDD ist die englische Abkürzung und meint dasselbe.
Die biologische Einordnung ist noch nicht abgeschlossen. Beschrieben wird eine ausgeprägte Empfindlichkeit gegenüber den normalen Hormonschwankungen der zweiten Zyklushälfte, mit Auswirkungen auf Stimmung und Antrieb. Das macht die Beschwerden nicht zu einer Charakterfrage.
Anzeichen erkennen
Woran sich PMDS zeigen kann
Stimmung
Tiefe Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit oder plötzliche Traurigkeit, jeden Monat im selben Fenster.
Reizbarkeit
Wut und Konflikte, die Du so von Dir sonst nicht kennst, gegenüber Partner, Familie oder im Job.
Anspannung und Angst
Ein Gefühl von Enge oder Nervosität, das mit der zweiten Zyklushälfte kommt und mit der Blutung nachlässt.
Schlaf, Kraft, Fokus
Ein- oder Durchschlafstörungen, Erschöpfung und eine Konzentration, die in diesen Tagen deutlich nachlässt.
Körperliche PMS-Beschwerden wie Brustspannen können dazukommen. Bei PMDS tragen sie nicht die Hauptlast. Entscheidend ist, wie stark die psychischen Beschwerden Beruf, Beziehungen oder den Alltag einschränken.
Einordnung
Was PMDS von PMS und von einer Depression unterscheidet
| PMS | PMDS | Depression | |
|---|---|---|---|
| Zeit | Tage vor der Periode | Tage vor der Periode | Über Wochen, unabhängig vom Zyklus |
| Mit der Blutung | Wird besser | Wird spürbar besser | Kein zuverlässiger Bruch an Tag 1 |
| Schwerpunkt | Oft körperlich | Vor allem psychisch, alltagsbestimmend | Gedrückte Stimmung über den Monat |
Abklärung
Wie PMDS erkannt wird
Ein einzelner Termin ohne Verlauf reicht selten. Fachleute nutzen ein Protokoll über mindestens zwei aufeinanderfolgende Zyklen. Darin stehen Stimmung, Reizbarkeit, Schlaf und der erste Blutungstag.
- 1
Protokoll
Täglich eine kurze Notiz, zwei bis drei Zyklen lang. So wird sichtbar, ob die schweren Tage vor der Blutung sitzen und danach abklingen.
- 2
Gespräch
Eine gynäkologische, hausärztliche oder psychiatrische Praxis ordnet ein, ob das Muster zu PMDS passt oder eine andere Ursache näher liegt.
- 3
Andere Ursachen mitdenken
Schilddrüse, Eisenmangel, eine depressive Episode oder starke Belastung können ähnlich aussehen. Sie schließen einander nicht aus.
- 4
Behandlung
Was hilft, hängt vom Bild ab. Besprochen werden unter anderem Psychotherapie, hormonelle Ansätze und andere verordnete Medikamente. Ob etwas davon passt, entscheidet eine Ärztin oder ein Arzt. Einen Anspruch auf ein bestimmtes Präparat gibt es nicht.
FAQ
