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Ratgeber

PMDS verstehen.

Wenn die Tage vor der Periode Stimmung, Schlaf und Alltag bestimmen

PMDS ist die schwere Form des prämenstruellen Syndroms. Die Beschwerden sitzen vor allem auf der psychischen Seite, kommen in der zweiten Zyklushälfte und lassen mit der Blutung nach. Das ist keine Frage der Willenskraft.

Stand: 18. Oktober 2026Ein Informationsangebot von Prio One

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Verständlich erklärt
Mit Quellen belegt

Einordnung in Zahlen

3–8 %
So viele Mädchen und Frauen haben diese schwere Form. Die psychischen Beschwerden beeinträchtigen den Alltag deutlich.Quelle: gesund.bund.de, Stand 21.10.2022
Seit 2022
Die WHO führt die prämenstruelle dysphorische Störung als eigene Diagnose in der ICD-11.Quelle: WHO, ICD-11, Code GA34.41
Vor der Blutung
Die Beschwerden beginnen in der zweiten Zyklushälfte und werden mit Einsetzen der Periode spürbar besser.Quelle: gesund.bund.de
Nicht dasselbe
PMDS ist keine Depression, die den ganzen Monat anhält. Beides kann aber zusammen vorkommen und muss auseinandergehalten werden.Quelle: gesund.bund.de

Das Wichtigste in Kürze

  • PMDS bedeutet prämenstruelle dysphorische Störung. Im Englischen heißt dasselbe Krankheitsbild PMDD.
  • Im Vordergrund stehen Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit, Anspannung oder Angst in den Tagen vor der Periode.
  • Das Zeitmuster trennt PMDS von einer Depression, die über den ganzen Zyklus besteht: Mit der Blutung wird es besser.
  • Ein Zyklusprotokoll über zwei bis drei Monate ist der sinnvollste erste Schritt.

Grundlagen

Was ist eine prämenstruelle dysphorische Störung?

PMDS steht für prämenstruelle dysphorische Störung. Dysphorie meint eine gedrückte, innere Enge, das Gegenteil von Leichtigkeit. Es ist die schwere Ausprägung des prämenstruellen Syndroms, kein anderes Wort für gewöhnliche Reizbarkeit.

Die Weltgesundheitsorganisation führt PMDS seit 2022 in der ICD-11 als eigene Diagnose, Code GA34.41. PMDD ist die englische Abkürzung und meint dasselbe.

Die biologische Einordnung ist noch nicht abgeschlossen. Beschrieben wird eine ausgeprägte Empfindlichkeit gegenüber den normalen Hormonschwankungen der zweiten Zyklushälfte, mit Auswirkungen auf Stimmung und Antrieb. Das macht die Beschwerden nicht zu einer Charakterfrage.

Anzeichen erkennen

Woran sich PMDS zeigen kann

Stimmung

Tiefe Niedergeschlagenheit, Hoffnungslosigkeit oder plötzliche Traurigkeit, jeden Monat im selben Fenster.

Reizbarkeit

Wut und Konflikte, die Du so von Dir sonst nicht kennst, gegenüber Partner, Familie oder im Job.

Anspannung und Angst

Ein Gefühl von Enge oder Nervosität, das mit der zweiten Zyklushälfte kommt und mit der Blutung nachlässt.

Schlaf, Kraft, Fokus

Ein- oder Durchschlafstörungen, Erschöpfung und eine Konzentration, die in diesen Tagen deutlich nachlässt.

Körperliche PMS-Beschwerden wie Brustspannen können dazukommen. Bei PMDS tragen sie nicht die Hauptlast. Entscheidend ist, wie stark die psychischen Beschwerden Beruf, Beziehungen oder den Alltag einschränken.

Einordnung

Was PMDS von PMS und von einer Depression unterscheidet

PMSPMDSDepression
ZeitTage vor der PeriodeTage vor der PeriodeÜber Wochen, unabhängig vom Zyklus
Mit der BlutungWird besserWird spürbar besserKein zuverlässiger Bruch an Tag 1
SchwerpunktOft körperlichVor allem psychisch, alltagsbestimmendGedrückte Stimmung über den Monat

Abklärung

Wie PMDS erkannt wird

Ein einzelner Termin ohne Verlauf reicht selten. Fachleute nutzen ein Protokoll über mindestens zwei aufeinanderfolgende Zyklen. Darin stehen Stimmung, Reizbarkeit, Schlaf und der erste Blutungstag.

  1. 1

    Protokoll

    Täglich eine kurze Notiz, zwei bis drei Zyklen lang. So wird sichtbar, ob die schweren Tage vor der Blutung sitzen und danach abklingen.

  2. 2

    Gespräch

    Eine gynäkologische, hausärztliche oder psychiatrische Praxis ordnet ein, ob das Muster zu PMDS passt oder eine andere Ursache näher liegt.

  3. 3

    Andere Ursachen mitdenken

    Schilddrüse, Eisenmangel, eine depressive Episode oder starke Belastung können ähnlich aussehen. Sie schließen einander nicht aus.

  4. 4

    Behandlung

    Was hilft, hängt vom Bild ab. Besprochen werden unter anderem Psychotherapie, hormonelle Ansätze und andere verordnete Medikamente. Ob etwas davon passt, entscheidet eine Ärztin oder ein Arzt. Einen Anspruch auf ein bestimmtes Präparat gibt es nicht.

FAQ

Häufige Fragen zu PMDS

Ja. PMDD ist die englische Abkürzung, PMDS die deutsche. Beide meinen die prämenstruelle dysphorische Störung.

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Quellen

  1. gesund.bund.de: Prämenstruelles Syndrom (PMS). Bundesministerium für Gesundheit in Zusammenarbeit mit dem IQWiG, Stand 21.10.2022.
  2. WHO: ICD-11, Code GA34.41, prämenstruelle dysphorische Störung, in Kraft seit 1. Januar 2022.
  3. Prio One, Gyno-Blog: PMDS, Ursachen, Symptome und was dahintersteckt.
  4. Haußmann J, Goeckenjan M, Haußmann R, Wimberger P: Prämenstruelles Syndrom und prämenstruelle dysphorische Störung. Der Nervenarzt, 2024. Zur Einordnung abweichender Häufigkeitsangaben bei strengeren Kriterien.

Medizinischer Hinweis: Die Inhalte dieser Seite dienen der allgemeinen Information. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Versorgung. Bei Beschwerden wende Dich an eine Ärztin oder einen Arzt.