Das Wichtigste in Kürze
- PMS bedeutet prämenstruelles Syndrom: körperliche und psychische Beschwerden in der zweiten Zyklushälfte.
- Typisch ist das zeitliche Muster. Die Beschwerden kommen vor der Periode und werden mit der Blutung besser.
- Leichte einzelne Symptome sind häufig. Mehrere starke Beschwerden, die den Alltag belasten, betreffen etwa 20 bis 40 Prozent.
- Bleiben Niedergeschlagenheit oder Reizbarkeit den ganzen Monat, passt das nicht zum klassischen PMS und sollte ärztlich eingeordnet werden.
Grundlagen
Was ist das prämenstruelle Syndrom?
Das prämenstruelle Syndrom, kurz PMS, fasst Beschwerden zusammen, die in der zweiten Zyklushälfte auftreten und mit Beginn der Blutung nachlassen. Die zweite Zyklushälfte beginnt nach dem Eisprung und heißt auch Lutealphase.
Die Ursachen sind nicht abschließend geklärt. Eine gängige Erklärung ist, dass der Körper empfindlich auf den normalen Wechsel von Östrogen und Progesteron reagiert. Ein einzelner Hormonwert im Blut beweist PMS nicht.
Einzelne leichte Symptome vor der Periode sind weit verbreitet und müssen keinen Krankheitswert haben. Von einem belastenden PMS spricht man, wenn mehrere Beschwerden wiederkehren und spürbar stören.
Anzeichen erkennen
Welche Beschwerden zu PMS gehören können
Körperlich
Brustspannen, Blähbauch, Kopfschmerzen, Wassereinlagerungen oder ein Ziehen im Unterleib.
Stimmung
Reizbarkeit, schnell die Tränen, eine kürzere Geduld. Oft ohne einen Anlass, der das allein erklärt.
Schlaf und Energie
Einschlafen fällt schwerer, der Tag fühlt sich bleiern an, die Konzentration lässt nach.
Das Zeitfenster
Die Beschwerden sitzen in den Tagen vor der Blutung und werden mit ihr besser. Genau dieses Muster ist das Erkennungszeichen.
Stress kann dasselbe Muster verstärken. Er ist damit ein Verstärker, nicht die ganze Erklärung. Schlaf, Bewegung und Pausen helfen manchen Menschen durch diese Tage. Sie sind keine Behandlung einer schweren Form.
Einordnung
PMS oder PMDS?
| PMS | PMDS | |
|---|---|---|
| Alltag | Anstrengend, meist noch machbar | Job, Beziehungen oder Alltag fallen deutlich aus |
| Schwerpunkt | Oft körperlich, plus Stimmung | Vor allem psychisch: Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit, Anspannung |
| Häufigkeit | Etwa 20 bis 40 Prozent mit stärkeren Beschwerden | Etwa 3 bis 8 Prozent |
| Zeitmuster | Vor der Periode, besser mit der Blutung | Dasselbe Zeitmuster, ausgeprägter |
Abklärung
Wie PMS eingeordnet wird
Es gibt keinen Labortest auf PMS. Die Einordnung stützt sich auf das Muster über mindestens zwei Zyklen. Ein einfaches Tagebuch mit Datum, Beschwerde und Stärke reicht als Anfang.
- 1
Zwei bis drei Zyklen notieren
Beginn der Blutung, Tage mit Brustspannen, Kopfschmerz, Schlaf und Stimmung. So wird sichtbar, ob alles in der zweiten Hälfte sitzt.
- 2
Praxisgespräch
Eine gynäkologische oder hausärztliche Praxis fragt nach Zyklus, Schilddrüse, Eisen und Medikamenten, weil Ähnliches auch andere Ursachen haben kann.
- 3
Schwere von gewöhnlich trennen
Wenn die Stimmung jeden Monat stark einbricht, gehört PMDS in die Überlegung. Dafür gibt es eine eigene Seite auf prio-one.net.
- 4
Was besprochen werden kann
Schlaf, Bewegung und eine angepasste Ernährung sind häufige erste Schritte. Ob eine medikamentöse Behandlung passt, entscheidet eine Ärztin oder ein Arzt im Einzelfall.
Selbstfürsorge
Was viele in der zweiten Zyklushälfte ausprobieren
Schlaf schützen
Feste Zeiten und wenig Koffein am Nachmittag ändern PMS nicht, können die Nacht aber ruhiger machen.
Bewegung
Regelmäßiges Gehen wird oft besser vertragen als ein hartes Programm genau an den schweren Tagen.
Salz, Alkohol, Koffein
Weniger davon in der zweiten Hälfte kann Wassereinlagerungen und Schlaf bei manchen Menschen entlasten.
Nicht allein steigern
Wenn die Tage jedes Mal ausfallen, ist das ein ärztliches Gespräch wert und kein Auftrag, frei verkäufliche Mittel selbst zu erhöhen.
In den Jahren vor den Wechseljahren schwanken die Hormone stärker. Beschwerden können sich dann verändern. Auch das gehört in eine Einordnung und nicht in eine Selbstdiagnose.
FAQ
